Karneval der Frauen 2026
Bunte Frauensitzung der Orsbecker und Luchtenberger Frauen
Mit Humor, Musik und Tanz begeisterten auch in diesem Jahr die Frauen durch ein abwechslungsreiches Programm ihr Publikum und boten beste karnevalistische Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute. Die erste Vorstellung fand am Freitag, dem 23.1.2026, die 2. am folgenden Samstag in der Burg Wassenberg statt.
Punkt 19.11 Uhr zogen alle aktiven Frauen am Freitag auf die Bühne und Anja Linden begrüßte die Zuschauerinnen und Zuschauer aufs Herzlichste.
Sehr erfreut waren alle darüber, dass die große KG Kongo diese Sitzung eröffnete. Sie waren mit „alle Mann“ (und „alle Frau“) erschienen und füllten den Saal, denn die Bühne reichte nicht für so viele Aktive.
Jörg Savio, der Präsident der KG, gleichzeitig aber auch der Burgherr der Burg Wassenberg, begrüßte alle Anwesenden, insbesondere die Karnevalsfrauen aus Orsbeck und Luchtenberg. Er freute sich, dass sie auch in diesem Jahr wieder in der Burg feiern. Zunächst stellte er seine Mannschaft vor:
- Prinzessin Raja I. mit Gefolge
- Tanzmariechen Hannah
- die Prinzengarde
- die Jugendtanzgruppe
- die bunten Kongo-Damen, genannt die „heißen Teilchen“
- die Ehrendamen und eine Abordnung des Elferrates
Die KG hatte 3 Tänze im Angebot, den Auftakt machte das Funkenmariechen Hannah, gefolgt von dem Tanz .der Prinzengarde. Den Abschluss bildete die moderne Choreographie der „Heißen Teilchen“.
Etwas Schwierigkeiten hatte der Präsident – und das gab er auch zu – mit dem Schlachtruf der Frauen: „De Rur erop, de Rur eraff – Uschbeck- Luchtenberch Alaaf“! Da er aber diesen Schlachtruf noch öfters rufen musste, klappte es nachher immer besser und zum Schluss musste er ihn nicht mehr von seinem Zettel ablesen.
Anja dankte der KG für diese tollen Beiträge und sie versprach, im nächsten Jahr wieder zu kommen.
Dann aber startete der erste eigene Beitrag des Abends. Silvia und Ellen machten sich so ihre eigenen Gedanken über den „Sinn des Karnevals“ im „Kaufhaus Sinn“, denn dieses Kaufhaus bot sinnvolle Waren für die Karnevalssession an. Frohsinn war allerdings schon gänzlich ausverkauft, im Angebot waren noch Unsinn, Wahnsinn und Schwachsinn. Die Kundin Ellen entschied sich für Tiefsinn, aber Tiefsinn im Karneval? Dafür besteht laut Aussage der Verkäuferin im Karneval kein Bedarf. Bei Familiensinn, Leichtsinn und Tastsinn sieht das schon anders aus. Ja, und Schwachsinn? – „Den haben wir die ganze Zeit verzapft!“
In einem weiteren musikalischen Beitrag lassen Helene Fischer (Iris Jansen) und Florian Silbereisen (Hedwig Jansen) ihre romantische Liebesbeziehung mit dem Song „Auf eine Tasse Kaffee“ wieder aufflackern.
Pia Kofferath war hellauf begeistert. Das war eine Rakete wert! Und der Saal bebte.
Doch plötzlich wurde die ausgelassene Karnevalsstimmung jäh unterbrochen. Die Karnevals-Sachverständigen Hinz (Ellen Gerighausen) und Kunz (Silvia Kofferath) unterzogen die Veranstaltung einer TÜV-Prüfung. Bei der Prüfung auf Herz und Nieren wurden folgende Aspekte genauer in Augenschein genommen:
- Lokalität (Burg Wassenberg)
- der „Kapellmeister“ Marcel
- das Publikum: alkoholische Versorgung, angemessene karnevalistische Kostümierung, die Mitmachbereitschaft
- die Moderatorin
- die Lustigkeit der Veranstalterinnen
- die karnevalistischen Vorträge und Aufführungen
Alle Punkte wurden detailgenau geprüft und für gut befunden, so dass unter tosendem Applaus die aktuelle TÜV-Plakette vergeben werden konnte. Den Karnevalsfrauen wurde sogar ein besonderes Lob ausgesprochen, so dass der nächste TÜV erst wieder in 4 Jahren ansteht.
Der TÜV ist bestanden und es kann mit Schwung weitergehen. Die Songs „Rhabarberbar“ und „Gute Laune“ gehen dem Publikum schnell ins Ohr und laden zum Mitsingen und Tanzen ein. Freude, Leichtigkeit und gemeinsames Feiern ist das, was den Karneval ausmacht! Ruth Wientgen und Susan Vaina, 2 Knaller-Granaten des Frauenkarnevals, wagen es wieder einmal, life zu singen. Es kommt bei allen so gut an, dass mitgetanzt und mitgesungen wird. Das ist doch eine „superjeile Zick“!
im Folgenden verbringen 4 Frauen einen „Mädelsabend“. Ruth Wientgen, Manuela Heinen, Iris Jansen und Hedwig Jansen wollen einen gemeinsamen Abend bei einer Kochshow verbringen. Der Mann, gespielt von Marie Jansen, verabschiedet sich, doch 1, 2, 3, …: Es klingelt, er hat den Schlüssel vergessen, nimmt ihn und geht. Und 1, 2, 3, …: Er kommt zurück und hat das Handy vergessen. Dann aber kann es losgehen. Es wird ein Abend, der dem einer Männerrunde beim gemeinsamen Besuch eines Fußballspiels in Nichts nachsteht! Parallelen zur Trinkfestigkeit, Gesangsfreudigkeit und dem Ausleben primitiver Instinkte dürfen gezogen werden. So grölen sie bei jedem Stichwort, dass sie der Kochshow entnehmen, ihren eigenen Song dazu:
- You never cook alone“
- „Dünsten, dünsten, …“
- „Nicht die Gurke, du Spacko!“
- „Soja-Sahne“
- „Gib den Löffel ab“
Mit einer außergewöhnlichen und mitreißenden Tanzperformance sorgte ein Fatsuit-Tanz bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern für staunende Gesichter, für viel Applaus und eine überschwängliche Stimmung. Zu den ausgelassenen Songs „Kiss, Kiss“ von Tarkan sowie „Schüttel deinen Speck“ und „Belly Dancer“ erlebte das Publikum eine Show, die Humor, Selbstbewusstsein und Können eindrucksvoll miteinander verband.
Nach einer längeren Pause ging es mit einem erneuten Höhepunkt des Abends weiter. Die Aktiven versetzten das Publikum zurück in die 60-er Jahre. Die Tanzgruppe, bestehend aus Sabrina Boeven, Manuela Heinen, Hedwig Jansen, Iris Jansen, Renate Jansen, Ramona Jütten, Georgia Vaina und Ruth Wientgen brachte mit ihren gepunkteten Petticoats den Charme des Rockabillys und der Dirty-Dancing-Ära direkt in die Burg Wassenberg.
Mit „My little Life“ konnte sich das Publikum auf einen besonderen Programmpunkt freuen. Zwei liebevoll, selbst gestaltete, Einhörner erwachten auf der Bühne zum Leben und zeigten eine humor- und fantasievolle Darbietung. Mit abwechslungsreichen Musikstücken – von „Easy Rider“ über „Winnetou“ bis zu bekannten Ballermann-Hits zeigten die Einhörner eine überraschende Wandlungsfähigkeit. Die kreative Mischung aus Tanz, Musik und Witz („Einhörner können Schmetterlinge pupsen“) sorgte für viele Lacher und großen Applaus im Saal.
Um die Einhaltung des Bildungsauftrags der Sitzung in diesem Jahr zu gewährleisten, wurden wir in diesem Sketch in eine Unterrichtsstunde einer Sprachschule mitgenommen. Die zu erlernende Fremdsprache war Kölsch. Mit Hilfe von Plakaten und englischen Begriffen lernte das Publikum Worte wie BROW WHO´s UNDER EGG (Brauhuus an d´r Eck) oder LEG AIR MET CHAIR (Lecker Mädcher). Zum Abschluss wurde noch ein Karnevalsklassiker gemeinsam gesungen: A MALL PRINTS SEE SIN (Emool Prinz zo sinn). Hierbei bewiesen die Damen mit den Textschildern (Marie Jansen, Manuela Heinen, Hedwig Jansen, Lysann Linden und Sabrina Böven) schnelle Reflexe und präzisen Körpereinsatz. Zum Abschluss und zur Belohnung gab es für die Schulungsleiterin (Pia Kofferath) vom Köbes (Ramona Jütten) ein kühles Kölsch.
Weitere Übersetzungen:
- YOU TEN MOR YEN = Juten Morjen (Guten Morgen)
- Ham chair Blowed WHOSE = Hmäsche un Blotwursch (Haxe und Blutwurst)
- ADD APP POLL ?? = Ätäppel (Kartoffel)
- BYE DAIR CAN’T STAND IT LONDON = Bei der kannst te nit landen.
- FAIR PEACE DISH DRAIG SAC = Verpiss dich, Drecksack
Iris Jansen, Silvia Kefferath und Ellen Gerighausen zeigten uns einen Musiksketch. Beginnend mit dem simplen Wort „Hellooo“ entwickelten die Drei ein Beziehungsdrama ohne Worte, vorgetragen zu bekannten Songs, einfach köstlich!
Man muss ja auch ein kulturelles Angebot bereit halten: Schwanensee!
Ruth Wientgen und Anja Linden verwandelten sich in wunderschöne Schwäne und frönten ihrem neuen Hobby, dem Balletttanz. Als Dreigespann verzauberten sie das Publikum.
Rhythmisch passend wirbelten sie zu der musikalisch wilden Mischung aus Klassik und Popmusik durch die Luft. Die Kostüme sind zeitaufwendig an zahlreichen, lustigen Abenden von Anja und Ruth erstellt worden. Da kann man sehen, dass nicht nur das Ergebnis, der Auftritt selber, Spaß macht, sondern die Vorbereitungen mindestens genauso viel Vergnügen bereiten können.
Finale
Alle Beteiligten treffen sich auf der Bühne. Dieses Mal dreht sich alles um das Motto „Tanzen, Bewegung und Spaß“. dazu passen die Lieder „Oben, unten, links, rechts,…“ und die „Karnevalsmaus“, …
und das Publikum tanzte und feierte kräftig mit! So soll es sein…
Zum Abschluss betrat Jörg Savio noch einmal die Bühne mit einem Riesen-Blumenstrauß. Für jede Aktive hatte er eine Rose. Er dankte allen Mitwirkenden, auch den Helfern hinter der Bühne für das große Engagement. Er würde sich freuen, wenn diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder in seiner Burg gefeiert würde.
Ein großer Dank ans Publikum kam auch noch einmal von Anja Linden. Sie erwähnte noch einmal, dass der Überschuss aus dieser Veranstaltung – wie jedes Jahr – wieder gespendet wird, dieses Mal an die SKFM, die „Fachberatungsstelle für sexualisierte Gewalt gegen Frauen“ in Erkelenz.
Karneval feiern für einen guten Zweck
Die Frauenkarnevals¬gruppe Orsbeck-Luchtenberg hat dieses Jahr erneut zwei Sitzungen mit einem bunten Programm veranstaltet. Während der Feierlichkeiten wurde für das Heinsberger Frauenhaus gesammelt, das Spenden wie diese dringend benötigt.
Seit 52 Jahren bildet die Frauenkarnevalsgruppe Orsbeck-Luchtenberg eine enge Gemeinschaft für karnevalsbegeisterte Frauen. Die Untergruppe der Wassenberger Landfrauen besteht aus 17 aktiven Mitgliedern, die jedes Jahr zwei Sitzungen veranstalten und dabei Spenden für einen guten Zweck sammeln.
Alles wird dabei demokratisch entschieden und es gibt keine übergeordnete Struktur wie einen Vorstand. „Jede macht das, was sie kann, und zwar mit Herzblut“, berichtet Mitglied Silvia Kofferath. Dabei kommt immer ein buntes Programm zustande, das Büttenreden, Playback-Lieder, Sketche und Tänze beinhaltet. Dieses Jahr fanden die Sitzungen im Rittersaal der Wassenberger Burg statt und beide waren weitestgehend ausverkauft. Obwohl es sich um eine Frauenkarnevalsgruppe handelt, sind bei den Sitzungen auch Männer herzlich willkommen. „Die Männer mit Verbindungen zu unserer Gruppe sind sogar unsere größten Fans“, erzählt Hedwig Jansen lachend.
Die Karnevalsgruppe erstreckt sich über mehrere Generationen. Auch viele junge Frauen engagieren sich in der Karnevalsgruppe und die Tendenz ist steigend. Aktuell gibt es vier neue Anwärterinnen für die Gruppe. Um weiterhin Nachwuchs zu gewinnen, werden viele Töchter der Mitglieder motiviert, mitzumachen. Auch auf Social Media sind die Landfrauen Wassenberg deshalb sehr aktiv.
Sabrina Böven ist Teil der jungen Generation und ist voller Begeisterung dabei: „Gerade in unserer ländlichen Region weiß ich unsere schöne Gemeinschafte echt zu schätzen. Man wächst zusammen, knüpft neue Kontakte und kann auch die Kinder integrieren. Es ist eine tolle Symbiose: Man gewinnt und tut gleichzeitig Gutes.“
Die Wahl der Organisation, für die Spenden gesammelt werden, wird ebenfalls demokratisch getroffen. Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf das Frauenhaus in Wassenberg. Hedwig Jansen erklärt: „Das Frauenhaus war immer schon sehr präsent für uns. Ich habe zum Beispiel eine Bekannte, die dort Zuflucht gefunden hat.“
Da die Karnevalsgruppe die Räumlichkeiten in der Wassenberger Burg kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen haben, geht das Geld, was durch die Eintrittskarten und den Verkauf von Pins eingenommen wird, fast vollständig in die Kasse des Frauenhauses. Nur der DJ wird von dem Geld bezahlt, die restlichen anfallenden Kosten werden von den Mitgliedern selbst übernommen.
Und so kamen 1200 Euro Spenden zusammen, die am Donnerstag, den 26. Februar, übergeben wurden.
Das Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer, kurz SKFM, freut sich sehr. Es ist auf Spenden wie diese angewiesen. Silvia Lenzen leitet das Frauenhaus und erzählt, wofür das Geld verwendet wird: „Ohne Spenden würde hier nicht so viel laufen und es wäre deutlich trauriger. Dieses Jahr wurde eine Küche und ein Außenbereich mit Spielgeräten für die Kinder vollständig aus Spenden finanziert. Auch Fahrräder konnten durch Spenden gekauft werden, auf denen die Kinder zur Schule fahren. Außerdem könnten wir uns Ausflüge für Kinder in den Ferien und die Begleitung der Bewohnerinnen zu Gerichtsterminen ohne Spenden nicht leisten.“
Silvia Lenzen weist auf die enorme gesellschaftliche Bedeutung von Frauenhäusern hin: „Man unterschätzt, wie viele Frauen von Gewalt betroffen sind. Tatsächlich werden die allermeisten Frauen in ihrem Leben in irgendeiner Form zum Opfer. Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann man nur erahnen.“
Sie erklärt weiter: „Wir gelten als Notunterkunft, daher wird unser Grundbedarf durch öffentliche Mittel gedeckt. Uns ist aber darüber hinaus wichtig, dass wir destruktive Kreisläufe durchbrechen, Hoffnung geben und nachhaltige Besserung ermöglichen. Und das ist eben oft nur durch Spenden möglich.“
Die Vertreterinnen der Frauenkarnevalsgruppe übergeben den Spendengutschein mit zufriedenen Gesichtern. Hedwig Jansen erzählt: „Die Sitzungen machen immer Freude und ich bin sehr glücklich, die Spende überreichen zu können, das macht die ganze Sache irgendwie rund – und es motiviert natürlich fürs nächste Jahr.“
Bericht: RP vom 28.2.2026
