Nach einer kurzen Begrüßung durch Pastor Wieners erläuterte Severine Joordens, die Chorleiterin, das Gemeinschaftskonzert. Nach einer ersten Aufführung gestern in der Pfarrkirche St. Josef Bocket fand heute, am 29. März 2026, in der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg das 2. Konzert statt. Beteiligt an diesem großen Projekt ist das Schulorchester der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, der Kirchenchor St. Martini Orsbeck/Luchtenberg, der Kirchenchor St. Josef Bocket, der Kirchenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz, einige Projekt-Sänger und der Gospelchor Glory to God.
Aufgeführt wurde die Gloria-Messe von Tore W. Aas, „ein Werk, das den alten Messetext „Gloria in excelsis Deo“ auf eine besondere Weise zum Klingen bringt“, wie Willi Hlavsa erläuterte, der die einzelnen Liedbeiträge einordnete und erläuterte. Die Gloria-Messe lädt ein,
Gott zu loben
seine Größe zu preisen
und zugleich unsere eigene Sehnsucht nach Frieden und Erbarmen vor ihn zu bringen.
In den Erläuterungen drückte Herr Hlavsa die Hoffnung aus, dass diese Musik die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur erreichen, sondern auch mitfeiern lassen möge. „Lassen wir uns hineinnehmen in den Klang des Himmels!“
Präludium
Das Präludium ist mehr als ein Vorspiel. Es ist ein Ankommen, ein Sammeln, ein inneres Bereitwerden. Diese ersten Klänge sind eine Einladung:
den Alltag für einen Moment loszulassen,
zur Ruhe zu kommen,
und uns innerlich auszurichten.
Kyrie
Die schlichten Worte des „Herr, erbarme dich“ sind kein ängstlicher, sondern ein Zuversichtlicher Ruf an Gott. Wir treten vor Gott,
mit dem, was uns gelungen ist,
mit dem, was uns belastet,
mit dem, was wir loslassen möchten.
Gloria
„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade“. Dieser uralte Text erklingt in der Messe von Tore W. Aas in einem neuen musikalische Gewand. Kraftvolle Passagen des Jubels wechseln sich ab mit ruhigeren, innigen Momenten. Das Gloria lädt uns ein, den Blick zu heben, weg von dem, was uns beschwert, hin zu der Quelle unseres Lebens.
Credo
„Ich glaube“. Diese schlichten Worte tragen ein ganzes Leben. Sie erzählen von Vertrauen, von Hoffnung, von Fragen und von dem Mut, sich Gott anzuvertrauen. Fragen wir uns:
Wo trägt mich mein Glaube?
Wo fordert er mich heraus?
Wo schenkt er mir Hoffnung?
Sanctus
Der ewige Lobgesang des Himmels im „Heilig, heilig, heilig ist der Herr“ symbolisiert den Gesang der Engel – ein Moment, in dem sich Himmel und Erde berühren.
Prayer for the City
Das „Gebet für die Stadt“ ist mehr als ein musikalisches Werk, es ist eine Bitte, eine Fürsprache, ein Innehalten für die Orte, an denen wir leben. Die Musik lädt uns ein, an unsere eigene Stadt zu denken,
an die Menschen, die hier wohnen und arbeiten,
an die, die Verantwortung tragen,
an die, die Trost und Hoffnung brauchen.
Vielleicht ist dieses Stück heute ein gemeinsames Gebet für unsere Stadt, für unsere Gemeinschaft, für Frieden und Segen.
Vom Vaterunser zum Agnus Dei
Im Vaterunser beten wir gemeinsam als Kinder eines Vaters im Vertrauen und in der Bitte um tägliches Brot, um Vergebung und um Frieden.
Aus diesem gemeinsamen Gebet führt uns die Liturgie weiter zum Agnus Dei, dem Lamm Gottes:
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme dich unser.
Segen
Der Segen steht am Ende des Konzertes. Er ist mehr als ein schöner Abschluss. Er ist
Auftrag und Verheißung zugleich,
Gottes Nähe über unserem Weg,
sein Licht in unseren Entscheidungen,
seine Hoffnung in unseren Herzen.
Postludium
Was im Präludium begonnen hat, findet seinen Abschluss – und zugleich einen neuen Anfang. Die Musik von Tore W. Aas entlässt uns nicht einfach in den Alltag, sie begleitet uns auf unserem Weg nach draußen. Das Postludium ist zugleich ein festlicher Ausklang und ein hoffnungsvoller Aufbruch.
Nach dem Konzert trat Gabi Beckers ans Mikrofon und stellte alle Mitwirkenden noch einmal vor. Gleichzeitig dankte sie allen, insbesondere den Solistinnen und Solisten. Sie dankte Bruno Boehmer, der einzige Mann in Weiß, der seine Stimme Jesus gab. Der größte Dank galt Severine Joordens, die in vielen intensiven Proben mit den einzelnen Chören und in einigen gemeinsamen Proben mit viel Geduld und starken Nerven die Stimmen und Instrumente zu einem großen Ganzen zusammengefügt hat. Dafür erhielt sie einen Blumenstrauß als ganz herzliches Dankeschön. Auch Willi Hlavsa erhielt für die hervorragende Moderation der Musikstücke ein Geschenk als Dankeschön.
Im Namen aller Mitwirkenden dankte Frau Beckers den Zuhörerinnen und Zuhörer. „Wir hoffen, die Musik klingt in Ihnen nach und stimmt Sie ein wenig auf das bevorstehende Osterfest ein.“
Tore W. Aas
Tore W. Aas ist der Gründer und Leiter des Oslo Gospel Chores. Daneben ist er Dozent an einem Osloer Konservatorium. Außerdem leitet er Workshops in ganz Europa. Seine Kompositionen umfassen Lieder und große Oratorien. Einige seiner Lieder stehen im neuen Gesangbuch der norwegischen Kirche. Die Gospelmesse „Gloria“ schrieb er 1996. Es ist ein modernes Stück, das traditionelle, liturgische Elemente mit zeitgenössischen Gospel-, Pop- und Jazz-Elementen verbindet. Das Stück interpretiert die Leidensgeschichte Jesu auf moderne Weise.
Bei meinen Texten beziehe ich mich weitestgehend auf die Moderation von Willi Hlavsa, die mir dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde.