Frühjahrskonzert 2026
Endlich wieder ein Konzert des Musikvereins „St. Martini“ Orsbeck-Luchtenberg e.V., dieses Mal zusammen mit dem Musikverein Unterbruch e.V.! Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Guido Hildebrand die zahlreich erschienenen Zuhörer und Zuhörerinnen in der Orsbecker Turnhalle. „Nach einer gefühlten Ewigkeit freuen wir uns, endlich wieder ein Konzert im eigenen Ort präsentieren zu können,“ meinte er. „Das letzte Konzert fand hier auf der Bühne im Jahr 2019 statt, es war unser erstes Frühjahrskonzert, bei dem wir bereits als Spielgemeinschaft auftraten.“
Bedingt durch Corona sowie durch den Wechsel des Dirigenten freut sich der Verein, endlich wieder ein Konzert anbieten zu können.
Als Ehrengäste begrüßte der Vorsitzende die beiden Ortsvorsteher, Herrn Marx aus Unterbruch und Herrn Beckers aus Orsbeck. Ebenso wurde der ehemaligen Rektor der Grundschule, Herr Hermes, begrüßt, der ebenfalls die Aktivitäten unterstützt, indem er immer sehr ausführliche Berichte in Bild und Wort über Auftritte und Veranstaltungen im Ort auf der Homepage unseres Ortsringes veröffentlicht.
Ein herzlicher Gruß ging auch an den Vorgänger, Heinz Adams, der bis zu seinem musikalischen Ruhestand jahrelang der 1. Vorsitzender war.
Begrüßt wurde auch die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wassenberg, Frau Schiffmann, Frau Florak-Reitler und Frau Schuhwirt.
Durch das weitere Programm führten die beiden Querflötengeschwister Nhi und Nhu Duong.
Im Folgenden stellte Herr Hilddebrand den neuen Dirigenten Georg Landmesser vor: Er kommt aus Effeld und seit Anfang 2025 ist er als Dirigent der Spielgemeinschaft tätig.
Er ist selber leidenschaftlicher Tenorhornspieler, unterrichtet Musikschüler an Blechinstrumenten und kümmert sich auch um unseren Nachwuchs, hier mit dem Ziel, die Jugendlichen für das Musizieren in der Gruppe zu begeistern und sie auf den Weg zu uns in die Spielgemeinschaft vorzubereiten und abschließend zu integrieren.
Trotz der knappen Vorbereitungszeit seit Januar 2026 wurde ein großartiges Programm zusammengestellt, das die Zuschauer/innen auf eine Reise durch zahlreiche Facetten der Blasmusik – von traditionellen Märschen über bekannte Filmmelodien bis hin zu modernen Arrangements führt. „Wir möchten Ihnen damit einen Abend bieten, der genauso abwechslungsreich ist, wie die Blasmusik selbst.“ (Nih und Nuh Duong)
Marsch König Friedrich des Großen /Star-Wars
Zur Eröffnung spielte das Orchester den Marsch König Friedrich des Großen. Die meisten werden ihn sicherlich wiedererkannt haben. Bis heute ist er nämlich von keinem Schützenfest wegzudenken. Es handelt sich dabei um einen Marsch aus der preußischen Militärmusik, der schon zu Zeiten Friedrichs des Großen zu festlichen Anlässen gespielt worden ist. Ein besonderes Lob ging an dieser Stelle an die jungen Mitglieder, die den Marsch schon sehr gut spielen, obwohl es für einige von ihnen der erste große Auftritt gewesen ist.
Vorstellung der jungen Musiker/innen
Mit dabei warren Gabriel Jansen, Felix Tillmanns und Leonhard Faßbender am Tenorhorn, Jule Wegmann an der Flöte, Lea Werner an der Klarinette, Sanne Rütten am Altsaxophon, Leonie Hilgers am Sopransaxophon sowie Merle Beckers, Leon Jansen und Lukas Plum an der Trompete.
Besonders für das Ausbildungsorchester gab es großen Applaus.
Star Wars Main Theme von John Williams
Das folgende Stück präsentierte der Nachwuchs ohne die Veteranen. Sie spielten den weltbekannten Filmmusikklassiker: Star Wars Main Theme von John Williams.
Mit den ersten Klängen tauchen bei den meisten von uns sofort die ikonischen gelben Buchstaben auf, die aus dem schwarzen Nichts hervortreten.
Die Zuschauer/innen wurden in eine weit entfernte Galaxie voller Abenteuer und Spannung entführt.
Mit großem Applaus wurden die jungen Musiker anschließend verabschiedet.
Royal Processional
Das nächste Stück trägt den Titel Royal Processional, übersetzt ‚Königlicher Festzug‘, von John J. Morrissey – einem Komponisten, der dafür bekannt ist, die Klangfarben eines modernen Blasorchesters voll auszuschöpfen.
Festliche Fanfaren erklingen aus dem Blechregister begleitet vom Schlagwerk. Sie kündigen den Einzug einer königlichen Entourage an. Die Holzbläser übernehmen dann mit sanften, lyrischen Melodien und verleihen der Prozession Eleganz und Anmut. Zum Schluss kehrt das Hauptthema zurück und erklingt nun vom ganzen Orchester, sodass der Einzug in voller Pracht endet.
Ehrung des Vorsitzenden Guido Hildebrand
Unser Ortsvorsteher und Ortsringvorsitzender, Franz-Josef Beckers, betrat die Bühne, um den Vorsitzenden, Guido Hildebrand, zu ehren. Guido ist seit 50 Jahren im Musikverein. Franz-Josef, selbst eine Zeitlang Mitglied im Verein, schilderte den Werdegang des Vereins und seines derzeitigen Vorsitzenden, lobte dabei auch die Leistungen des Vorgängers, Herrn Adams. Für seine Leistungen und seinen Einsatz im Interesse des Vereins erhielt Guido eine Ehrenurkunde, einen großen Blumenstrauß und eine goldene Nadel, die Herr Beckers aber nicht ansteckte, da die Musiker keine Sackos trugen. „Das könnte schief gehen!“
Pasadena
Die nächste Komposition von Jacob de Haan trägt den Namen Pasadena und ist nach der gleichnamigen Stadt in Kalifornien benannt. In dieser Stadt treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander. De Haan bildet diesen Gegensatz geschickt ab: Zu Beginn hören wir das eindrucksvolle Klangbild, das die ruhige charmante Seite der Stadt mit seinen prachtvollen Villen und gepflegten Gärten widerspiegelt. Dann wandelt sich die Musik in einen leichten Swing-Rhythmus mit Anklängen an Latin Rock, das durch das lebhafte Altsaxophon-Solo von Anna Arnolds die Energie und Lebensfreude der jährlichen Paraden einfängt.
My Dream
Nun wurde es etwas ruhiger mit My Dream von Peter Leitner. Die wunderschöne Melodie entstand ursprünglich beim Improvisieren mit Flügelhorn und Klavier. Später wurde sie für das Blasorchester ausgearbeitet und entwickelte sich so zu einer der berührendsten Blasmusik-Pop-Balladen.
Im Mittelpunkt blieb weiterhin das Flügelhorn-Solo, gespielt von Stefan Hilgers. Besonders hervorgehoben wurden zudem Anne Schröders am Altsaxophon und Xenia Rütten an der Piccolo-Flöte, die die Melodie mit ihren solistischen Passagen unterstützten.
Beauty and the Beast
Von traumhaft zu märchenhaft: Mit Beauty and the Beast spielte das Orchester bekannte Melodien aus dem gleichnamigen Disney-Film. Das Arrangement von Willy Hautvast vereint die schönsten Melodien der Geschichte in einem Medley und bringt nicht nur die bekannten Themen wie Belles Lied zum Erklingen, sondern lässt auch die Nebencharaktere – Gaston, den Kerzenleuchter Lumière und die Teekanne Mrs. Potts in eigenen musikalischen Momenten lebendig werden.
Ich gehör nur mir
Vor dem nächsten Stück wurde dem Publikum die Gesangs-Solistin Anja Schulz vorgestellt. Sie ist Sopranistin im Cantiamo-Chor Oberbruch. Wer bereits die Gelegenheit hatte, den Chor zu erleben, kennt dessen stimmliche Vielfalt und Ausdruckskraft. „Umso mehr freuen wir uns, dass Anja bei diesem außergewöhnlichen Stück mitwirkt und es mit ihrer Stimme bereichert“, so die Ansage der Duong-Schwestern.
Ich gehör nur mir stammt aus dem Musical „Elisabeth“ von Michael Kunze und Sylvester Levay. Es ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Musical-Lieder und erzählt von Freiheit, Selbstbestimmung und dem Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen. Am Anfang wirkt alles musikalisch eher zart und zurückhaltend, doch im Verlauf wird spürbar, dass im Lied inhaltlich mehr Tiefe steckt, als die erste Klangfarbe vermuten lässt.
Pause
Besonders die jungen Musikerinnen haben sich nach ihrem hervorragenden Auftritt eine Stärkung verdient.
March of the Belgian Paratroopers
Der belgische Komponist Pierre Leemans griff die Idee für diesen Marsch bereits im Ersten Weltkrieg auf. Vollendet wurde das Werk jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg, als er erneut gebeten wurde, die Hymne für die belgischen Fallschirmjäger zu schreiben.
Das Arrangement von James Swearingen setzte den Marsch neu für Blasorchester und passte die Instrumentation für moderne Ensembles an.
Trotz seines militärischen Hintergrunds vermittelt der Marsch eine überraschende Leichtigkeit.
The Cream of Clapton
Jetzt wurde es ein wenig rockiger. The Cream of Clapton ist ein Medley der größten Hits von Eric Clapton, einem der einflussreichsten Gitarristen der Rockgeschichte. In dem Arrangement von Ron Sebregts treffen bekannte Rocksongs auf den Klang eines Blasorchesters – eine spannende Mischung aus Rock und Blasmusik, die überraschend gut funktioniert.
Dieses Medley nahm die Zuhörer/innen mit auf eine Reise voller Emotionen, mit Liedern, die als Hommage an seine Geliebten erklingen. Von der zarten Romantik in „Wonderful Tonight“ über die leidenschaftliche Liebe in „Layla“ bis hin zur tief bewegenden Trauer in „Tears in Heaven“.
Ehrenwort
Die Gesangssolistin, Anja Schulz, unterstützte auch beim nächsten Stück das Orchester, diesmal mit einem Titel, der vielen vielleicht aus der modernen volkstümlichen Musik bekannt vorkommt.
Mit Ehrenwort von den Fäaschtbänklern wird es ein bisschen stimmungsvoller. Die fünfköpfige Schweizer Gruppe verbindet, die traditionelle Blasmusik mit modernen Klängen. Ihre Vielseitigkeit setzen sie selber mit dem eines Schweizer Taschenmessers gleich. Mit traditionellen Blasinstrumenten – von Trompete über Akkordeon bis Alphorn – spielen sie einen Musikmix, der von Pop und Blasmusik bis hin zu Elektro und Techno reicht. Mit ihrer unterhaltsamen Art bereichern sie nun seit vielen Jahren gemeinsam die Musikszene in ganz Europa.
Das Stück Ehrenwort erzählt von gegenseitigem Vertrauen und dem Versprechen, füreinander da zu sein – ein Ehrenwort im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie schon in den Proben wurden die Instrumente zwischendurch beiseite gelegt und die Musiker sangen mit. Man musste schließlich auch mal die Stimmbänder statt der Instrumente stimmen.
Eine letzte Runde
Als nächstes präsentierten die Musiker Eine letzte Runde von Markus Nentwich – eine Polka, die in der Blasmusik auch gerne als „Lippenfresser“ bezeichnet wird. Am liebsten würde unser Blechregister das Stück daher ganz wörtlich nehmen, denn es fordert sie zu einem echten Workout für die Lippen heraus.
„Aber keine Sorge“, so der Hinweis; „ganz am Ende unseres Konzerts sind wir damit natürlich noch nicht angekommen.“
Ein Leben lang
Auch Ein Leben lang stammt aus dem Repertoire der Fäaschtbänkler und zeigt einmal mehr, dass Volksmusik alles andere als verstaubt ist.
„Das Lied erzählt von der Leidenschaft zur Blasmusik und von der Freude, die das Musizieren bereitet – eine Freude, die wir besonders in der Gemeinschaft unseres Vereins erleben und die uns ein Leben lang begleiten wird“, so die Ansage der Flötistinnen.
Helmut Geiser, der normalerweise Querflöte spielt, griff bei diesem Stück zum Akkordeon. Er ist ein wahrer Vollblut-Musiker, so Guido Hildebrand, denn beim Konzert hat er bei fast allen Stücken die Percussion-Stimme, das Glockenspiel, mal das Keyboard, die Kuhglocke, das Becken, das Tamburin oder eben das Akkordeon gespielt.
Mit seiner eingängigen Melodie lädt dieser Titel alle Zuhörer zum Mitsingen und Mitwiegen ein, ein wahrer Ohrwurm.
Vor dem letzten Lied ergriff noch einmal Guido Hildebrand das Wort, um zu danken.
An erster Stelle dankte er allen Musizierenden für die geopferten Stunden der Vorbereitung und natürlich deren Familien für die Unterstützung. Ein besonderer Dank ging an den neuen Dirigenten Georg Landmesser, der „die Musiker mit viel Feingefühl und Motivation auf diesen Tag vorbereitet hat“. Herr Hildebrand überreichte ihm einen Blumenstrauß. Ebenfalls dankte er Anja Schulz, „die mit ihrer klangvollen Stimme unser Konzert bereichert hat!
Auch hier war es unser Dirigent, der bei einem Konzertbesuch ihres Chores durch ihre Stimme verzaubert wurde.“ Auch sie erhielt einen Blumenstrauß. Ein weiterer Dank gilt dem UKV, der im Hintergrund den Ausschank und den Imbiss organisierten. Der Vorsitzende dankte allen Sponsoren, die mit Ihrer Werbung das Programmheft aufgewertet und somit interessanter gemacht haben. Die pflanzliche Gestaltung der Bühne und der Tische wurde vom Pflanzenhof Plum aus Unterbruch gestellt, auch dafür bedankte er sich herzlich. „Bedanken möchten auch wir – die Mitglieder beider Vereine – uns aber ganz besonders bei Ihnen: Vielen Dank, dass Sie heute gekommen sind – Danke für Ihren Applaus und Ihre Unterstützung – das ist ein nicht bezahlbarer Lohn für unsere Arbeit und Mühen.“
Ganz zum Schluss bedankte sich Guido bei den beiden Flötistinnen für die schönen Worte und Erläuterungen zum Programm.
Regimentskinder
Zum Abschluss des Abends präsentierten die beiden Vereine noch einmal einen echten Klassiker: Regimentskinder von Julius Fucik – einem Komponisten, der die meisten seiner Werke für Militärkapellen schrieb. Dieser Marsch zählt zu den bekanntesten Werken Fuciks und wird weltweit geschätzt. Beginnend mit einer kraftvollen Einleitung, geht er in einen unverwechselbaren Hauptteil über, der von einem tänzerischen Charakter und einer fröhlichen Stimmung geprägt ist. Mit diesem musikalischen Höhepunkt wurde dem Publikum noch einmal die Lebendigkeit und Vielfalt der Blasmusik näher gebracht.
Stimmen aus dem Publikum äußerten sich begeistert zum Konzert. Die Auswahl der Stücke, vor allem die hervorragenden Erläuterungen und guten Texte und Erklärungen, die perfekt vorgetragen wurden, fanden viel Lob. Natürlich wurde ebenso die musikalische Umsetzung gelobt. Alles in allem war es wohl ein besonderer Abend, so dass der Wunsch von Herrn Hildebrand sich erfüllen dürfte: Das Publikum wartet auf die nächsten Konzerte…
So viel Lob, so großer Applaus, da wurden 2 Zugaben fällig und das Orchester schloss mit dem Lied: „Thank you for the music“.
